Die Tradition der Familie Riedel als Glasmacher begann 1756 in Böhmen. Die Familie durchlebte Wirtschaftswunder und überstand Wirtschaftskrisen, erlebte Höhenflüge und Tragödien, ehe sie 1957 eine neue Heimat im Herzen Europas fand – in Kufstein, Tirol. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums lud Riedel zum feierlichen Event nach Kufstein – ein paar Eindrücke und Hintergrundinformationen finden Sie hier!

Installation „Glass Sphere“ und Ausstellung „Riedel Glaskabinett – Retrospektive und Ideenlabor“

Zum 250. Geburtstag 2006 errichtete Riedel eine Glaspyramide mit einem Pendel in der Mitte als Symbol für unerschöpflichen Erfindergeist. Anstelle des Pendels tritt nun eine stilisierte, aus 1500 Riedel Gläsern komponierte Weltkugel – „Glass Sphere“. Sie spielt mit dem Gedanken der Entgrenzung des Raumes und der weltweiten Präsenz des Unternehmens. Eine integrierte Lichtinstallation bringt die Kugel zum Leuchten – Kufstein ist einer der Punkte auf dieser funkelnden Kugel. Die Idee dazu stammt von Maximilian J. Riedel. Die Umsetzung erfolgte durch den international ausgezeichneten Industriedesigner Christian Zanzotti.

Zusätzlich wird eine Dauerausstellung eröffnet – die unter dem Titel „Riedel Glaskabinett – Retrospektive und Ideenlabor“ die Geschichte der Glasproduktion sowie die Designevolution an diesem Standort nachzeichnet, dazu aber auch als Inspirationsquelle für zukünftige Projekte und Produkte dienen soll.

60 Jahre Riedel in Kufstein: ein Rückblick

3. März 1957: Neubeginn in Kufstein

Die neue Zeitrechnung begann für die Familie Riedel 1946 durch einen waghalsigen Sprung in eine Schneewechte. Claus J. Riedel, neunte Generation, entkam auf der Fahrt über den Brenner einem Gefangenenzug der Alliierten. In Wattens wurde er vom Tiroler Glasindustriellen Swarovski, der die Familie Riedel aus Böhmen kannte, aufgenommen. Die Unterstützung durch die Familie Swarovski machte es auch möglich, dass Claus Riedel 1957, gemeinsam mit seinem eben erst aus der russischen Gefangen­schaft zurückgekehrten Vater Walter, die bankrotte „Tiroler Glashütte“ in Kufstein übernehmen konnte.

Vier Generationen – eine Passion

Walter, Claus J. , Georg J. und Maximilian J. Riedel

Alle vier Riedel Generation haben eine uneingeschränkte Hingabe zu Glas sowie einen inneren Drang, die Produkte stets weiter zu perfektionieren und neue funktionellen Designs ihrer Produkte zu entwerfen.

Mit viel Leidenschaft und großem persönlichen Einsatz bauten Walter (1895-1974) und Claus J. Riedel (1925-2004) auf dem verlassenen Fabrikgelände eine Mundblas-Glasproduktion auf – nach dem Vorbild ihrer Glashütten in Böhmen. Mit früheren Mitarbeitern der Tiroler Glashütte aber auch Arbeitern aus dem Sudetenland, aus Böhmen, aus Bayern und etlichen Einheimischen – bis zu 180 Arbeitsplätze wurden so neu geschaffen – brachten sie das Werk wieder in Schwung. Damit war der erste Schritt in eine neue Zukunft gemacht.

Schnell war klar, dass Claus J. Riedel das Familien-Gen „Glas“ in sich trug, wie die vielen Generationen vor ihm. Bereits seine ersten Glasentwürfe zeigten sein enormes Talent, sein Gespür für Formen und Proportionen. Er wurde zu einem international mehrfach ausgezeichneten Designer.

1973 schuf Claus J. Riedel jene bahnbrechende Neuheit, deren Entdeckung den Namen Riedel in Verbindung mit Glas erneut an die Weltspitze bringen sollte: Die ersten „weinfreundlichen“ Gläser, handgefertigt und mundgeblasen, mit dünnwandigen, eiförmigen Kelchen und einem langen Stil. Heute sind diese Gläser unter dem Namen Sommeliers weltberühmt. Das Burgunder Grand Cru Glas ist etwa im Museum of Modern Art-MOMA in New York als „Design Classic“ zu bewundern.

Die Designs von Claus J. Riedel für die weinfreundlichen Gläser wurden zum Industrie-Standard und zum Vorbild aller funktionalen Weingläser.

Georg J. Riedel, zehnte Generation, der ab 1973 als Marketingexperte und später als Geschäftsführer für alle wirtschaftlichen Belange zuständig war, präsentierte 1986 eine weitere Innovation von enormer Tragweite: Die weltweit erste auf Rebsorten abgestimmte Maschinenglasserie! Sie trägt den Namen Vinum. Viele weitere funktionale Glasformen und Serien sollten folgen. Unermüdlich bereist er als erfolgreicher Eigentümer und Botschafter des Unternehmens die Welt und führt auf allen Kontinenten Sensorik Workshops durch. Er macht darin deutlich, wie wichtig das funktionale Glas für den perfekten Weingenuss ist. Unter seiner Leitung wurde die Marke Riedel zur „The Wineglass Compay“, zum weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet des funktionalen Weinglases. 

2013 folgte ihm in der Führung des Unternehmens sein Sohn Maximilian J. Riedel, elfte Generation. Ab 2000 hatte er als Managing Director die Riedel Niederlassung in den Vereinigten Staaten geleitet und in dieser Zeit den Unternehmensumsatz beträchtlich gesteigert. Die von ihm entwickelte und 2003 vorgestellte Glasserie „O“ – ohne Stiel – wurde schnell ein weiterer Bestseller des Riedel-Sortiments und eroberte den Weltmarkt. Sie erhielt wie viele der von ihm entworfenen Dekanter eine Reihe von internationalen Designpreisen. 

Von Kufstein in die ganze Welt

Bis heute werden alle handgefertigten Gläser und Dekanter ausschließlich in der Manufaktur in Kufstein gefertigt. Jedes handgefertigte Glas, jeder Dekanter tritt von Kufstein aus seine Reise in die Welt an. Man sieht den eleganten Gläsern nicht an, welch schwierige Arbeit nötig ist, um sie in diese Form zu bringen. Heute sind 80 Arbeiter, die meisten aus der Slowakei, den Balkanländern, Italien, aber auch aus der Region Kufstein in der Manufaktur tätig. Sie arbeiten in Gruppen zu fünft, angeführt von einem Meister, der den Rhythmus vorgibt.

Die kleine Glasmanufaktur wuchs über die Jahre zu einem höchst erfolgreichen und profitablen Unternehmen. Das mit Bedacht geführte Unternehmen entwickelte sich mit einer Exportrate von 97% zu einem Global Player. Riedel exportiert in 125 Länder weltweit, arbeitet mit 800 Distributeuren und besitzt 12 Tochterfirmen (vier in Nordamerika sowie jeweils eine in Japan, China, Australien, Neuseeland, UK, Schweiz, Deutschland und Frankreich).

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About Christina

Studium der Kommunikationswissenschaft und Soziologie. Bergliebhaberin mit Freude zum Detail.

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